#BIT* Basics Inter* und Trans*

Hier entsteht was Neues!

Im Hintergrund arbeitet unser Team gerade am neuesten FUMA Angebot:
Dem digitalen Selbstlernkurs #BIT* | Basics Inter* und Trans*.

Mit #BIT* | Basics Inter* und Trans* konzipieren wir in Zusammenarbeit mit Vertreter_innen von Interessens– und Bezugsgruppen sowie pädagogischen Fachkräften digitale Selbstlernmodule. In diesen lernst Du Wissenswertes über geschlechtliche Vielfalt, Inter* und Trans* und wirst für diese Themenbereiche für Dein pädagogisches Handeln sensibilisiert sowie qualifiziert.

Diese breit angelegte digitale Basisqualifikation ermöglicht es Dir, zeit- und ortsunabhängig zu lernen und Dich mit anderen Fachkräften zu vernetzen und auszutauschen. Begleitend wird es Erklär- und Interview-Videos, Web-Seminare, Webtalks und weitere interaktive Angebote geben.

Der Kurs wird auf unserer Lernplattform FUMA digital erscheinen und sowohl ehren- als auch hauptamtlich Mitarbeitenden der Kinder- und Jugendhilfe sowie allen Interessierten kostenfrei zur Verfügung stehen.
Ganz im Sinne von: Zeitlich flexibel und ortsunabhängig, mit Anleitung, fachlichem Input und Vernetzungsmöglichkeiten.
Eine Beta-Version steht Dir voraussichtlich Ende 2021 zur Verfügung.

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Schon Fragen? Gerne an bit@gender-nrw.de | Tel.: 0201 – 18 50 88 0

Du willst Bescheid wissen, wann der Kurs an den Start geht? Hinterlasse uns Deine E-Mail-Adresse und wir werden Dich informieren.

Stellungnahme Sternchen

Inter* und Trans*

Sprache ist unser alltäglichstes Werkzeug und kann damit eine große Macht ausüben. Sie bildet die Wirklichkeit nicht objektiv ab, sondern konstruiert sie mit: Wie wir studieren, arbeiten, lehren oder forschen, was wir wichtig finden und was wir übersehen, wie wir denken, wen wir meinen und mit einbeziehen– Das alles findet seinen Ausdruck in der Sprache und wird gleichzeitig von ihr beeinflusst. Mit der Sprache lernen wir die Werte und Normen der Gesellschaft und reproduzieren sie gleichzeitig.

Es gibt unterschiedliche Herangehensweisen, genderreflektierte Sprache umzusetzen und die Vielfalt der Geschlechter sprachlich sichtbar zu machen.

Es gibt nicht die eine Schreibweise zu den Themen Inter* und Trans* – ihre Verwendung ist genauso vielfältig wie die Menschen, um deren Benennung es dabei geht. Im Folgenden möchten wir deshalb sowohl einen kurzen Überblick dazu liefern, welche Argumente es für oder gegen die Verwendung des Asterisk (das ist das Sternchen*) gibt, als auch begründen, warum wir uns für die Schreibweisen „inter*“ und „trans*“ entschieden haben.

Als wir mit dem Projekt starteten, stellten wir uns unmittelbar die Frage: Schreiben wir mit oder ohne Sternchen?
Inter* kannten wir nur mit Asterisk und wussten um die Diskussionen zu verschiedenen Bezeichnungen wie Intergeschlecht(lichkeit), Intersex(ualität) oder ganz anderen Begriffen wie „Varianten der Geschlechtsentwicklung“ oder Herm. Inter* mit Sternchen erscheint uns weiterhin die beste Möglichkeit, an einen existierenden und bekannten Begriff anzuschließen, der zugleich verletzende Sprache vermeidet, da viele inter* Menschen dieses Wort für sich verwenden.

Bei Trans* wussten wir, dass es viele Debatten über die Verwendung des Asterisk gibt und entschieden uns erstmal dafür, ihn zu benutzen.
Ursprünglich ist das Sternchen als Platzhalter*in für verschiedene Endungen nach dem Präfix ‚trans‘ gedacht – wie transgender, transident oder transgeschlechtlich. Manche finden das Sternchen allerdings hierarchisierend. Sie kritisieren, dass eine Trennung aufgemacht werde: trans ohne Sternchen beschreibe die „richtigen“ trans* Menschen: Menschen, die sich eindeutig als Mann oder Frau fühlen und sich bemühen, der kulturellen Vorstellung von Männern/Männlichkeit bzw. Frauen/Weiblichkeit nahezukommen. Trans* mit Sternchen fände dann für diejenigen Verwendung, die „nicht so richtig trans“ sind, aber irgendwie doch dazu gehören. Deshalb gebe es das Sternchen für alle, die nicht in die „klassische“ Vorstellung von Trans passen, wie z. B. nicht binäre, genderqueere oder geschlechtlich nicht konforme Menschen.

Eine Hierarchisierung, wer sich denn nun trans (ob mit oder ohne Sternchen) nennen darf, lehnen wir ab. Wir arbeiten mit einem sehr breiten Trans*-Begriff: Wir meinen damit alle, die nicht oder nicht immer in dem Geschlecht leben, das nach der Geburt in die entsprechende Urkunde eingetragen wurde. Damit ist die Frau, die sich schon immer zu 100% sicher war, dass sie ein Mädchen/ eine Frau ist, auch wenn im Pass „männlich“ steht, genau so gemeint wie das Kind, das sich noch nicht sicher ist, ob es Junge, Mädchen, keins von beidem, beides oder mal das eine, mal das andere ist. Für uns sind alle Jungen/Männer und Mädchen/Frauen, genderqueeren, agender und nicht-binären Menschen, die sich trans[*] nennen wollen, auch trans[*].

Warum aber doch das Sternchen?

Wir verwenden das Sternchen in einer neutralen Form, um sichtbar zu machen, dass Trans* und Inter* sehr viele Facetten haben und Menschen diese Begriffe mit ganz vielen unterschiedlichen Sichtweisen, Gedanken, Positionen und Gefühlen füllen. Für uns steht das Sternchen wie die Sterne am Himmel für viele Möglichkeiten, trans* und/oder inter* zu sein – und keine davon ist besser oder schlechter als eine andere.

Wir achten und wertschätzen die Selbstbezeichnung jeder Person und verwenden, wenn wir uns auf einen bestimmten Menschen beziehen, den Begriff, den sie*er für sich selbst nutzt.

Wir verfolgen weiterhin die Diskussionen ums Sternchen. Sprache ist ein nie abgeschlossener, andauernder Prozess, der weiterhin Modifikationen, Verwerfungen und Neues produzieren wird. Es kann sein, dass wir etwas von dem, was wir hier schreiben, in Zukunft anders sehen.

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