Rassismuskritik, kritisches Weiß sein, Jungen*

In der Öffentlichkeit werden Jungen* nach wie vor häufig in Verbindung mit problematischen Geschlechterkonzepten wahrgenommen. Bei Jungen* of Color (mit Flucht- und Migrationsbiografien) fließen zusätzlich rassismusrelevante Begründungmuster mit ein, die über die Wechselwirkung von Männlichkeiten mit natio-ethno-kulturellen Zuschreibungen als ein klares Erklärungsmodell dienen.
Seit Jahrhunderten und in der Reaktivierung insbesondere seit den sexuellen Übergriffen von Männern auf Frauen Silvester 2015/2016 werden durch den weißen Blick (white gaze – Toni Morrisson) bis heute Bedrohungsszenarien mit Narrativen der Gefahr von rassifizierten Männlich*keiten aufrechterhalten.
Diese erfüllen bestimmte Funktionen aus patriarchats- und rassismuskritischer Perspektive. Wenn wir die Geschichte als den Schlüssel für das Verständnis für die Gegenwart begreifen, so erkennen wir eine Kontinuität von kolonial übermittelten rassifizierten Männlich*keiten. Mit dieser Geschichte ist auch das tradierte Bild von muslimischen und/oder Schwarzen Männlich*keiten verknüpft, die im Sinnbild das Antimoderne darstellen und ganz im Gegensatz zum Selbstbild von weißen Männlich*keiten stehen.

Da Jungen*arbeit in Deutschland auch aus der Geschichte heraus mit Selbstbildern von weißen Männlich*keiten zu tun hat, müssen wir hier ansetzen und kritisches Weißsein mit Jungen*arbeit verknüpfen.

In diesem Seminar werden Verbindungen aus kritischer Männlichkeitsforschung, der Weißseinsforschung und der Rassismusforschung hergestellt und Impulse für die Jungen*arbeit gegeben.

Referent: Birol Mertol  |  FUMA Fachstelle Gender & Diversität NRW
Zielgruppe:
Das Seminar richtet sich an weiß positionierte männliche* Fachkräfte, die sich in der Verbindung der Jungen*arbeit mit Kritischem Weißsein, Rassismuskritik, und kritischen Männlichkeit*en beschäftigen möchten.

Termin   |   26.10.2022   |   10:00 – 16:00 Uhr
Ort | Limbecker Platz 7, 45127 Essen
Anmeldeschluss   |   19.10.2022

Kosten:
75 €  |  Early-Bird Anmeldung bis zum 31. August 2022
85 € |  Anmeldung ab dem 01. September 2022

 

Die Veranstaltenden behalten sich vor, von ihrem Hausrecht Gebrauch zu machen und Personen, die rechtsextremen Parteien oder Organisationen angehören, der rechtsextremen Szene zuzuordnen sind oder bereits in der Vergangenheit durch rassistische, nationalistische, antisemitische oder sonstige menschenverachtende Äußerungen in Erscheinung getreten sind, den Zutritt zur Veranstaltung zu verwehren oder von dieser auszuschließen.

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