Jungenarbeit gegen gruppenbezogene Abwertungen mit Fokus auf Prävention von Rechtsextremismus und Alltagsrassismus

Forderungen nach einer „Wiederentdeckung der Männlichkeit“, nach „Mannhaftigkeit“ und „Wehrhaftigkeit“ stehen im Rechtspopulismus aktuell hoch im Kurs, besonders wenn es um den Schutz „unserer Frauen“ geht. Bei der Bearbeitung der Fragen, wieso sich Jungen und junge Männer bis in rechtsextreme Szenen orientieren oder solche Weltbilder vertreten bzw. wie sich das verhindern lässt, kommt geschlechterreflektierenden Ansätzen in Regel- oder speziellen Jungenangeboten eine besondere Bedeutung zu.

Aufbauend auf Erkenntnissen zu Männlichkeitskonstruktionen und Schnittstellen in entsprechende Weltbilder wollen wir gemeinsam wesentliche Ansätze einer geschlechterreflektierten Präventionsarbeit mit Jungen und jungen Männer erarbeiten. Aber auch jenseits von rechten Szenen sind gesellschaftliche Konstrukte von Männlichkeiten präsent, in denen z.B. Männlichkeiten von Jungen ethnisch aufgeladen und mit Eigenschaften in Verbindung gebracht werden, die an die Logik des Rassismus anknüpfen. Dies macht rassismuskritische Perspektiven in der Jungenarbeit im Bereich von diversitäsreflektierten Ansätzen immer relevanter. Für eine präventive Perspektive ist es daher wichtig, sich mit gruppenbezogenen Abwertungen und Ablehnungen, die teils auch subtil und alltäglich daherkommen, auseinanderzusetzen.

Gemeinsam diskutieren und erarbeiten wir, wie die Teilnehmenden die eigene Wahrnehmung für den eigenen beruflichen Alltag schärfen können:

  • Wo gibt es Verbindungen von alltagsrassistischen Konstrukten zu Männlichkeiten und warum kann Frauenhass einen Einstieg in rechtsextreme Szenen eröffnen?
  • Vorstellung und Diskussion einer Praxisforschung zu abwertenden Jungen
  • Wie kann ein Umgang mit abwertenden (z.B. sexistischen, rassistischen oder rechtextremen) Äußerungen von Jungen in der Migrationsgesellschaft sein?
  • Erfahrungsaustausch und Fallbesprechung
  • Erarbeitung von Handlungsmöglichkeiten

Diese und ähnliche Themen möchten wir diskutieren. Ferner möchten wir Handlungsmöglichkeiten im Hinblick auf die eigene Haltung, auf das Arbeitsfeld und mit Blick auf die konkrete Beziehungsgestaltung erarbeiten.

Zielgruppe:

Fachkräfte und Multiplikator_innen der Kinder- und Jugendhilfe, der geschlechtersensiblen Arbeit, der Jungenarbeit

Die Teilnahme setzt eine aktive Mitarbeit voraus.

Referenten:

Enrico Glaser   |   Fachstelle Gender, GMF und Rechtsextremismus, Amadeu Antonio Stiftung (Berlin). Sozialwissenschaftler, langjährige Erfahrungen in der Weiterbildung zum Themenfeld geschlechterreflektierende Auseinandersetzung der Jugendhilfe mit Rechtsextremismus und Gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit

Birol Mertol   |   Fachstelle Gender & Diversität NRW, Erziehungswissenschaftler, längjährige Erfahrungen in der Erwachsenenbildung zu den Themen Jungen*arbeit, Rassismuskritik, Diversitätsreflektierte Ansätze

 

 

Termin folgt!

 

Die Veranstaltenden behalten sich vor, von ihrem Hausrecht Gebrauch zu machen und Personen, die rechtsextremen Parteien oder Organisationen angehören, der rechtsextremen Szene zuzuordnen sind oder bereits in der Vergangenheit durch rassistische, nationalistische, antisemitische oder sonstige menschenverachtende Äußerungen in Erscheinung getreten sind, den Zutritt zur Veranstaltung zu verwehren oder von dieser auszuschließen.

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