#connect-Seminar
Allyship für weiß positionierte pädagogische Fachkräfte

Rassistischen Denkmustern und Wissensbeständen sind im westlichen Raum alle Menschen ausgesetzt. Sie prägen unseren Alltag und unsere Praxis und dies auch in der Pädagogik. Doch wie kann ich meine eigenen Rassismen aufdecken? Wie erkenne ich Abwehrmechanismen und wie gehe ich damit um, insbesondere in professionellen Kontexten? Wie kann ich Kinder und Jugendliche, die rassistische Diskriminierung erleben, unterstützen? Wo drohen Fallsticke für weiße Fachkräfte? Welche Chancen ergeben sich? Wie kann ich versuchen, ein*e gute*r Verbündete*r für Schwarze Kolleg*innen und für Kolleg*innen of Color zu werden? Diesen Fragen und mehr wollen wir in diesem Workshop nachgehen. Wir beschäftigen uns mit weißem Privileg und mit auf Ungleichwertigkeit basierenden Macht- und Herrschaftsverhältnissen im pädagogischen Feld und mit deren Auswirkungen auf die Praxis. Wir betreiben Dekonstruktion, Dekolonisation und lernen neu.

Für wen ist dieser Workshop gedacht?

Dieser Workshop richtet sich explizit an weiß positionierte pädagogische Fachkräfte. Mit weißen Teilnehmenden sind hier alle Menschen gemeint, die weiß gelesen werden und uneingeschränkt von weißem Privileg profitieren.

Wichtig ist, dass Ihr bereits angefangen habt, Euch mit Eurem eigenen Rassismus zu beschäftigen. Ihr habt den Selbstlernkurs #connect belegt oder Ihr habt schon einiges an einschlägiger Literatur aus den letzten Jahren zum Thema gelesen (z.B. von Noah Sow, Grada Kilomba, Tupoka Ogette, Natasha Kelly, Alice Hasters, Max Czollek, Mohamed Amjahid, um nur einige Autor*innen zu nennen) und diese auch selbstkritisch reflektiert.  Die Existenz von Rassismus in Deutschland, von kolonialen, patriarchalen, rassistischen Strukturen und Institutionen weltweit, von weißer ausbeuterischer Vorherrschaft (white supremacy) muss nicht mehr erklärt werden und sie wird von Euch auch nicht angezweifelt.

Warum der exklusive Raum?

Je nach individueller Positionierung verläuft der Prozess der Reflexion und das Erlernen neuer Denk- und Handlungsmuster unterschiedlich. Als Inhaber von weißem Privileg durchlaufen weiß positionierte Menschen einen anderen Prozess, als Menschen, die Rassismus ausgesetzt sind. Dabei kommt es zu Unsicherheiten, Abwehrmechanismen (white fragility, white tears) und auch zu Reproduktionen von Rassismus. Das müssen sich Menschen, die sich sowieso schon mit rassistischer Diskriminierung auseinandersetzen müssen, nicht antun. Dieser exklusive Raum ist daher als Ergänzung zu anderen Lernräumen zu verstehen. Er ist Mittel zum Zweck, um Allianzen schmieden zu können, um unseren Mitmenschen im Kampf gegen Rassismus gute, solidarische Verbündete (Allies) zu sein und um Inklusivität aktiv leben und umsetzen zu können.

Lernziele:

  • Erkennen und Identifizieren von weißen Privilegien, rassistischen Stereotypen, kultureller Aneignung
  • Förderung von reflektiven, anti-rassistischen, macht-kritischen, solidarischen, inklusiven Handlungsmustern
  • Auseinandersetzung mit den Auswirkungen des weißer Privilegien auf die eigene pädagogische Praxis

Lehrinhalte:

  • Geschichtlicher Überblick zur Kritischen Weißseins Forschung
  • Übungen zur Reflexion von weißen Privilegien, weißer Apathie, weißer Zerbrechlichkeit, weißen Tränen, weißem Rettertum, Tokenism
  • Diskussion, (Fallbeispiel-)Analyse und Reflexion von Unsicherheiten und Erwartungen

Achtung: Blockveranstaltung, Teilnahme an beiden Terminen ist obligatorisch, auch für den Reflektionstermin am 22.12.2022

Referierende: Dana Meyer (sie/ihr) & Kathrin Pollow (sie/ihr)

 

Termine
08. Dezember 2022 |  10:00 – 15:30 Uhr
09. Dezember 2022 |  10:00 – 15:30 Uhr
22. Dezember 2022 | 10.30 – 12.00 Uhr
Ort | Digital via ZOOM
Anmeldeschluss | 01. Dezember 2022
Kostenfrei

Hinweis: Aufgrund der hohen Nachfrage wird bei ausgebuchter Veranstaltung kurzfristig eine Warteliste von uns eingerichtet.

Die Veranstaltenden behalten sich vor, von ihrem Hausrecht Gebrauch zu machen und Personen, die rechtsextremen Parteien oder Organisationen angehören, der rechtsextremen Szene zuzuordnen sind oder bereits in der Vergangenheit durch rassistische, nationalistische, antisemitische oder sonstige menschenverachtende Äußerungen in Erscheinung getreten sind, den Zutritt zur Veranstaltung zu verwehren oder von dieser auszuschließen.

Bitte beachte unsere Veranstaltungshinweise!

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