Körper. Macht. Praxis.
Bodyismuskritische Perspektiven für die Kinder- und Jugendhilfe

Körper sind überall und mit ihnen auch die Erfahrungen körperbezogener Diskriminierungen.
Bodyismus meint die Diskriminierung von Menschen aufgrund vorherrschender Körper- und Schönheitsnormen. Jugendliche und junge Erwachsene und hier insbesondere Mädchen* und Frauen* erleben vielfältige körperbezogene Diskriminierungen.

Vom 26.-30.04.2021 möchten wir aktuelle Diskurse zum Thema Bodyismus aufgreifen und Impulse für eine bodyismuskritische Pädagogik setzen. Lasst uns gemeinsam in den Austausch gehen, uns vernetzen, diskutieren und gemeinsam unsere fachlichen Handlungsmöglichkeiten erweitern, um Bodyismus zu erkennen und zum Abbau beizutragen.

Dafür haben wir eine vielfältige digitale Fachtagswoche zusammengestellt und ein spannendes Programm mit 13 Veranstaltungsformaten vorbereitet.

 

 

 

Mit deiner Anmeldung buchst du das Grundpaket mit folgenden Veranstaltungen inklusive:

  • Auftakt mit Poetry Slam und 3 Keynotes
  • FUMA MOVE: Love & Shake your Belly
  • Filmabend in Kooperation mit dem
    Deutschen Kinder- und Jugendfilmzentrum (KJF)
kjf
  • Open Space mit Abschluss

Ergänzend zu unserem Grundpaket bieten wir dir eine Reihe von Workshops zu unterschiedlichen thematischen Schwerpunkten an, die du bei der Anmeldung separat dazu buchen kannst. Weiter unten findest du Infos zu den Inhalten.

Wir freuen uns, dich bei möglichst vielen Veranstaltungen zu treffen!

Termin   |   26. – 30. April
Anmeldeschluss |  21. April 2021
Kosten | Grundpaket 50€
Zzgl. 10€ je gebuchtem Workshop

 

Für die Fachtagswoche haben wir ein Awareness-Konzept erarbeitet.
Während der Fachtagswoche steht euch ein Awareness-Team zur Seite, wenn es zu einem Fall von Diskriminierungen / Grenzüberschreitungen kommt. Das Awareness-Team ist auch da, wenn ihr einen Rückzugsort wegen Überforderung oder einfach mal einen anderen Menschen zum Reden braucht.
Uns ist ein Awareness Konzept besonders wichtig, weil wir mit euch zusammen ein gemeinsame Fachtagswoche gestalten wollen, auf dem sich alle möglichst wohlfühlen.
Awareness ist nicht nur Aufgabe des Awareness-Teams, sondern aller Teilnehmenden.

 

Wir behalten uns vor, von unserem Hausrecht Gebrauch zu machen und Personen, die rechtsextremen Parteien oder Organisationen angehören, der rechtsextremen Szene zuzuordnen sind oder bereits in der Vergangenheit durch rassistische, nationalistische, antisemitische oder sonstige menschenverachtende Äußerungen in Erscheinung getreten sind, den Zutritt zur Veranstaltung zu verwehren oder von dieser auszuschließen.

 

Wochenübersicht

Durch ein "Klick" öffnet sich die Übersicht als PDF

Programm

Montag, 26. April

Auftakt
9:00 - 13:00 Uhr

Weder Natur noch Objekt. Körper anders denken
Im Vortrag geht es um die Vorstellung verschiedener Perspektiven auf den Körper, die seine Materialität in ganz unterschiedlicher Weise zum Thema machen. Mit einem Schwerpunkt auf feministische Ansätze (Butler und Barad) wird der Begriff der Materialisierung genutzt, um über Anerkennung als Modus pädagogischer Praxis nachzudenken.

Bist du schon schön oder optimierst du noch?
Als die Psychologin Renee Engeln ihre Studentinnen fragte, ob sie lieber von einem Lastwagen überfahren werden oder 10 Kilo zunehmen wollten, fragten die Frauen in ihrem Seminar: „Wie groß ist der Lastwagen?“ und „Wie sehr werde ich verletzt sein?“
Körpernormen bestimmen unser Leben zu einem enormen Ausmaß. Wo kommen diese Normen her? Und was machen sie mit uns? Denn es wäre gelogen Schönheitsnormen einfach zu leugnen. „Fühl dich schön“ ist so ähnlich wie zu sagen „Fühl dich reich“. Was bedeutet Selbstbestimmung also in diesem Kontext?

Voll fett – Irritationen und Interventionen
Ausgehend von einem intersektionalen und politischen Verständnis Sozialer Arbeit beschäftigt sich der Vortrag mit dem Thema Bodyismen in der Sozialen Arbeit. (Neoliberale) Vereinnahmungen von Körper werden ausgehend von Erfahrungen in der feministischen Mädchen*arbeit betrachtet und politisch kontextualisiert. Dabei soll dazu eingeladen werden, körperbezogene Diskriminierung in Form von Bodyismus zu erkennen, normative Sehgewohnheiten zu irritieren, empowernde Praxen zu schaffen, solidarische Bündnisse zu denken und fette Interventionen zu initiieren.

FUMA MOVE
17:00- 19:00 Uhr

Sandra Wurster

Sandra Wurster ist gelernte Tanzpädagogin und feiert ihren Körper und das Leben. Durch die Gründung der modernen Selbstliebe-Plattform >>Bauchfrauen<<, die sich für Body Positivity und Persönlichkeitsentwicklung einsetzt, konnte sie unter anderem zwei weitere Leidenschaften miteinander verbinden: außergewöhnliche Looks zu kreieren und den Body zu shaken.

Dienstag, 27. April

Virtuelle Workshops

Diverse KörperBILDER?!
14:00 – 16:00 Uhr

Permanent sind wir alle mit Körperbildern, also mit Abbildungen von Körper konfrontiert. Oft reproduzieren diese Bilder Stereotype und Körpernormen. Diese Bilder prägen unsere Sicht auf die Welt und fördern die Aufrechterhaltung von Körperstereotypen und Hierarchisierungen von Menschen aufgrund ihrer Körper.
Im beruflichen Kontext, sei es im pädagogischen Kontext, der Bildungsarbeit oder anderen Bereichen arbeiten wir alle in irgendeiner Form mit Bildern. Im Workshop werden aktiv folgende Fragen bearbeitet:
• Wo begegnen uns Abbildungen von Körpern?
• Wie können wir dazu beitragen diese Abbildungen diverser zu gestalten?
• Welche Kriterien sind für die Auswahl diverser (Körper-)Bilder wichtig?
Es werden außerdem Hinweise zu weiterführenden Leitfäden und Bilderdatenbanken gegeben.

Colorism – die Privilegien meiner Hautfarbe
10:00 – 12:00 Uhr

In diesem Workshop soll Colorism als Diskriminierungsform thematisiert werden. Ziel ist es, den Teilnehmenden zu verdeutlichen, wie stark der Zusammenhang zwischen Hautfarbe und Vorurteilen ist und wie sehr das Miteinander bzw. die Bewertung anderer Menschen dadurch beeinflusst wird.

Hässlich oder schön? Wer bestimmt das? Lookismus – ein Einführungsworkshop
10:00 – 12:00 Uhr
„Krass, ist die hübsch“, „schau mal wie der rumläuft“ „oh wow – was für ein Körper“ – Beim Aussehen geht es darum, wer oder was in unserer Gesellschaft als schön oder attraktiv gilt. Es geht auch darum, wer aufgrund seines Aussehens als gebildet, leistungsfähig oder zugehörig gilt. In diesem Workshop wollen wir uns darüber austauschen, was wir eigentlich unter “schön”, „gutaussehend“ oder “attraktiv” verstehen, wer oder was diese Vorstellung geprägt hat und wie viel Arbeit wir darein stecken, bestimmten Schönheitsidealen zu entsprechen. Und was ist, wenn das Gutaussehen aus verschiedensten Gründen nicht so leicht geht? Oder was ist, wenn ich es einfach nicht wichtig finde gut auszusehen?

Es wird eine kleine Einführung geben, was die Diskriminierungsform “Lookismus” bedeuten kann. Dabei wird es wichtig sein aufzuzeigen, wie Lookismus in Zusammenhang mit anderen Diskriminierungsformen steht.
Der Workshop bietet etwas Input und Zeit für Austausch und Reflexion.

Mittwoch, 27. April

Virtuelle Workshops

Mehr als Fett
14:00 – 16:00 Uhr

Dieser interaktive Workshop bietet eine Plattform des kreativen Austauschs rund um das Thema Fat- Empowerment. Es werden aktuelle, medial vermittelte Schönheitsideale diskutiert und gleichzeitig der eigene Blick für deren Einflüsse auf das eigene Selbst geschärft. Ziel ist es, kreative Strategien für positive Selbsterfahrungen kennenzulernen und zu entwickeln.

verKÖRPERt
14:00 – 16:00 Uhr

Der Workshop beschäftigt sich mit dem Körper als Aushandlungsfläche der Kategoriebildung. Körper als relevanter Bezug der sozialarbeiterischen Praxis und Handlungsinstrument der pädagogischen Arbeit. Kritisch reflektieren wir das Spannungsfeld der Selbstfürsorge für Fachkräfte als Notwendigkeit und Leistungsanspruch.

Antiableistische Sprache
10:00 – 12:00 Uhr
„Behindert“, „anders begabt“, „besonders befähigt“… was sagt man heutzutage und was könnte diskriminierend sein? Sensibel mit Sprache umzugehen und nicht durch Worte zu diskriminieren, ist eine Aufgabe aller Menschen. Bei Begriffen zum Thema Behinderung herrscht häufig Unsicherheit. Daher ist eine Kommunikation fern von Klischees und Stereotypen sehr wichtig – dazu zählt auch die Bildsprache

Donnerstag, 29. April

Virtuelle Workshops

Lookismus bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen
10:00 – 12:00 Uhr

In Workshop behandelt Zerrin Cicek die Ursprünge einer lookistischen Denkens´- und Handlungsweise bei jungen Menschen bis zum 27. Lebensjahr und wie diese das weitere Handeln dieser Zielgruppe bestimmen. Dazu wird sich das Seminar auch auf alltägliche Fallbeispiele konzentrieren. Wie kommt es zu den Mythen, dass Mädchen sich schminken sollen, um hübscher zu wirken? Wieso sollen Jungen zu muskulösen Männern heranwachsen? Des Weiteren wird die Dekonstruierung alter Sozialisations- und Handlungsmuster thematisiert.

Körper und Geschlecht bei Jungen: Problemfeld. Gestaltungsmedium. Identitätsressource.
14:00 – 16:00 Uhr

Männlichkeitspraxis ist immer auch Körperpraxis: Geschlecht entsteht im Körperbezug und drückt sich darin auf vielfältige Weise aus. Gerade das Jugendalter ist eine heiße Phase, in der körperliche Veränderungen, Sexualität und Geschlechtsidentität als Entwicklungsthemen zu bewältigen sind. Der Körper kann Halt geben, aber auch Idealisierungen, Optimierungszwänge oder Essstörungen auf sich ziehen. In der Arbeit mit Jungen im Jugendalter ist der Bezug auf den Körper deshalb besonders bedeutsam.

Körperakzeptanz für Alle? Die Grenzen von Body Positivity für trans* und inter* Menschen.
14:00 – 16:00 Uhr
Welche Konzepte von Körperpositivität gibt es und auf welche Körper beziehen sie sich?
In diesem Workshop werfen wir einen kritischen Blick auf Ideen und Praktiken der Körperakzeptanz. Besonderes Augenmerk liegt dabei auf Perspektiven von inter* und trans* Menschen.

FUMA FILMABEND
18:30 -20:00 Uhr

Thomas Hartmann

Thomas Hartmann ist als wissenschaftlich-pädagogischer Mitarbeiter am Deutschen Kinder- und Jugendfilmzentrum (KJF) beschäftigt und dort unter anderem für die Projektleitung des Deutschen Jugendfilmpreises verantwortlich. Er studierte Kulturwissenschaften und Medienpädagogik in Düsseldorf und Köln.

Filme

Logline:
Tränen & Kuchen
Die Geschichte von Emil, der nicht weinen kann und sich auf die Suche nach dem Verbleib seiner Tränen macht.

Über den Film:
Formen
Der Rücken ist unser größtes Körperteil und unersetzlich. Unser Rücken ermöglicht das aufrechte Gehen. In FORMEN wird der „andere Rücken“ portraitiert.
Jener, der gezeichnet ist durch seine Narben, Krümmungen und Verformungen.
FORMEN ist ein experimentelles Portrait über ein Körperteil, das sich meist unter vielen Kleiderschichten versteckt.

Über den Film:
Interessesloses Wohlgefallen
Um in einer Zeit körperlicher Selbstoptimierung mehr Freiheit für besonderes, verrücktes, oder ganz natürliches zu schaffen, muss sich der Blick auf den menschlichen Körper und dessen Schönheit öffnen und weiten.
Beim Aktzeichnen rücken internalisierte, wertende Denkmuster in den Hintergrund, wenn die Linien des Körpers interessiert wahrgenommen und aufs Papier gebracht werden. „Interesseloses Wohlgefallen“ ist ein Versuch diesen Prozess in einen Film zu übersetzen.

Freitag, 30. April

Open Space mit Abschluss
9:30 - 12:00 Uhr

Zum Abschluß der Tagung organisieren wir für Euch ein virtuelles Open Space.

In zwei Sessionsrunden habt ihr die Möglichkeit euch zu Themen eurer Wahl auszutauschen. Beispiele für Sessionthemen:

  • Du möchtest eine offene Frage aus einem Workshop weiter mit einer Gruppe diskutieren
  • Du möchtest dich zu einem bestimmten Thema mit anderen vernetzen
  • Du hast eine tolle Methode zum Thema Körper gefunden und möchtest sie mit anderen ausprobieren

Du bestimmst die Themen, du entscheidest welche Session du besuchst.

Im Anschluß an die Sessions stellen wir dir FUMA Angebote vor und lassen die Tagungswoche gemeinsam ausklingen.

Termin   |   26. – 30. April
Anmeldeschluss |  21. April 2021
Kosten | Grundpaket 50€
Zzgl. 10€ je gebuchtem Workshop

 

Wir behalten uns vor, von unserem Hausrecht Gebrauch zu machen und Personen, die rechtsextremen Parteien oder Organisationen angehören, der rechtsextremen Szene zuzuordnen sind oder bereits in der Vergangenheit durch rassistische, nationalistische, antisemitische oder sonstige menschenverachtende Äußerungen in Erscheinung getreten sind, den Zutritt zur Veranstaltung zu verwehren oder von dieser auszuschließen.