Gender Pädagogik

In Anlehnung an die politische Strategie des Gender Mainstreaming steht das soziale Geschlecht (gender) von Kindern und Jugendlichen im Fokus der genderpädagogischen Angebote und Konzepte der Kinder- und Jugendhilfe. Diese geschlechtersensible bzw. geschlechterreflexive Pädagogik kann nicht als einheitliches, homogenes Arbeitsfeld beschrieben werden. Vielmehr ist es ständig in Bewegung da es Teil fortwährender gesellschafts(politischer) Entwicklungen ist und von den Erkenntnissen der Genderforschung beeinflusst wird. 

Unter dem Dach der FUMA Fachstelle Gender NRW werden vier Arbeitsfelder der Gender Pädagogik bearbeitet:

  • Die geschlechtshomogenen Bereiche der Mädchen- und der Jungenarbeit gehören mit ihrer inzwischen ca.30 bzw. ca. 20 jährigen Entwicklungsgeschichte in der Sozialen Arbeit zu den beiden etabliertesten Arbeitsbereichen.
  • Die gemischtgeschlechtlichen Felder der reflexiven Koedukation, die als Weiterentwicklung der koedukativen Angebote eher dem schulischen Kontext zugeordnet werden kann und dem gegengeschlechtlichen Feld des Cross Work, also der päd. Arbeit von Fachmännern mit Mädchen und Fachfrauen mit Jungen.

Die Queeren Ansätze thematisieren und kritisieren die "Norm der Zweigeschlechtlichkeit". Sie richten sich u. a. an homosexuelle, transsexuelle oder intersexuelle Kinder und Jugendliche (LSBTTI), finden sich mit ihren dekonstruktivistischen Grundlagen aber auch z. T. in den vier hier genannten genderpädagogischen Arbeitsfeldern wieder.

Bei aller Unterschiedlichkeit dieser verschiedenen Ansätze verfolgt die genderpädagogisch ausgerichtete Arbeit zwei Ziele: auf der individuellen Ebene Mädchen und Jungen die Entwicklung von Geschlechterrollenvielfalt zu ermöglichen und auf der gesellschaftlichen Ebene für mehr Geschlechtergerechtigkeit zu stehen.