MIKA - Methoden im Koffer für Alle. Vorurteilsreflektierte Pädagogik

Das Praxisprojekt „MIKA – Methoden im Koffer für alle. Vorurteilsreflektierte Pädagogik“ wurde entwickelt, um Fachkräften der Bildungsinstitutionen eine Möglichkeit zu bieten, Mädchen und Jungen spielerisch anzuregen, ein Bewusstsein für „Vielfalt und Solidarität“ und gegen „Vorurteile und Diskriminierung“ zu entwickeln.

Zielgruppe sind Kinder im Grundschulalter sowie Fachkräfte der offenen Ganztagsgrundschule und der Kinder- und Jugendarbeit. Ziel ist es, pädagogischen Fachkräften einen professionellen Umgang mit diversen Gruppen zu ermöglichen.

Konzepte und Materialien für eine vorurteilsreflektierte Pädagogik sind besonders für Kinder im Grundschulalter noch selten zu finden. Dies ist jedoch für diese Altersklasse besonders bedeutend, da im Alter zwischen fünf und sieben Jahren die Entwicklung von Vorurteilen bei Kindern einen ersten Höhepunkt erreicht. Für diese Alterspanne sehen Psycholog_innen einen idealen Zeitpunkt, um Präventionsprogramme gegen Vorurteile anzubieten. Genau hier setzt der MIKA-Koffer an.

Der MIKA-Koffer ist einerseits eine Spielesammlung, er enthält aber auch eine Fülle von Ideen, wie Fachkräfte im offenen Ganztag und in der Kinder- und Jugendarbeit durch den Einsatz der Spiele dazu beitragen können, dass Mädchen und Jungen in aller Unterschiedlichkeit lernen, miteinander umzugehen und sich gegenseitig zu akzeptieren und zu unterstützen.

Zentrales Ziel ist es, Kinder und Fachkräfte zu stärken, sich aktiv gegen gesellschaftliche Schieflagen einzubringen. 


Weitere Ziele sind: 

  • Respekt, gegenseitige Anerkennung und Wertschätzung unter Mädchen und Jungen zu fördern,
  • Vielfalt unter Kindern positiv zu sehen, anstatt sie als Anlass zur Ausgrenzung zu nutzen,
  • das Kennenlernen der Kinder untereinander auf reale Begegnungen fußen zu lassen anstatt auf vorurteilsbehafteten Bildern,
  • ein positives und wertschätzendes Klima in der Gruppe zu schaffen und damit auch

sowohl gegenüber diskriminierenden und ausgrenzenden Vorstellungen und Handlungsweisen eine klare Positionierung einzunehmen als auch demokratisches Handeln zu fördern

Die Bedingung der Ausleihe des MIKA-Koffers für ca. 16 Wochen ist die Teilnahme an einer zweitägigen Fortbildung für Fachkräfte zu den Grundlagen des Anti-Bias-Ansatzes. Durch das Ansetzen an persönlichen Erfahrungen wird eine Sensibilisierung für eigene Vorurteile und für verschiedene Formen von Diskriminierung in der Gesellschaft angestrebt. Die pädagogische Arbeit im Sinne des Anti­Bias-Ansatzes zeigt, dass Vorurteile alle Menschen betreffen, da sie erlernt wurden. Gleichzeitig heißt das, dass Erlerntes wieder verlernt werden kann.

Deshalb ist es gerade für Fachkräfte wichtig, individuelle und gesellschaftliche Vorurteile zu reflektieren, um einen bewussten Umgang mit diesen zu erlernen. Nur so kann das Ziel, einen aktiven Beitrag zum Abbau von Vorurteilen und damit auch von Diskriminierung beizutragen, umgesetzt werden.

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