Weißsein kritisch reflektieren – Ein Seminar zur Stärkung einer antirassistisch pädagogischen Haltung.

Rassismus ist Teil unserer Gesellschaft. Er prägt und strukturiert das gesellschaftliche Zusammenleben weltweit in Form von Macht- und Herrschaftsverhältnissen. Sie artikulieren sich beispielsweise durch strukturelle Ein- und Ausschlüsse und anderen Diskriminierungsformen. Um diesen reflektiert begegnen zu können, braucht es eine vorurteils- und diversitätsreflektierte Pädagogik und Bildung.

Diese setzt im Kontext von Rassismus ein vertieftes Verständnis von eben diesem voraus. Zudem muss die eigene Positionierung in einer von Rassismus geprägten Gesellschaft, reflektiert und dessen Bedeutung für die individuelle pädagogische Praxis analysiert werden.

Dieser zweiteilige Workshop will genau diesem Ansatz nachgehen und stellt sowohl eine kompakte Einführung in die Auseinandersetzung mit Rassismus, dessen Ideengeschichte und Folgen, als auch eine angeleitete Selbstreflexion zur eigenen Verortung dar.  Dazu gehört es Privilegien, „Weiße“ Dominanzen sowie (eigene) rassistische Denk- und Verhaltensmuster im Lebens- und Arbeitsumfeld wahrzunehmen, aufzubrechen und Prozesse der Veränderung zu initiieren.

Der Workshop gliedert sich in drei Phasen:

Phase I: (Einführender Workshop, Präsenztag 1): Hier werden theoretische Grundlagen erarbeitet und Reflexionsprozesse angestoßen. Dabei wird folgenden Fragen nachgegangen:

  • Was bedeutet Weißsein und welche Privilegien sind damit verknüpft?
  • Was verstehen wir eigentlich unter Rassismus? Welche rassistischen Denkmuster und Verhaltensweisen haben wir verinnerlicht und welche kolonialen Sichtweisen setzen sich in ihnen fort?
  • Wie könnte eine rassismuskritische, weiße Haltung und (pädagogische) Praxis aussehen?

Phase II (Praxisphase): Hier wird das bis dahin Erlernte im (beruflichen) Alltag beobachtet und reflektiert sowie neue Perspektiven erfahrbar gemacht. Ferner gibt es die Möglichkeit des digitalen Austausches im Rahmen einer digitalen Sprechstunde. Hier können die bisherigen Lernerfahrungen besprochen werden.

Phase III (Reflexionsworkshop, Präsenztag 2): Dieser dient zur vertiefenden Reflexion und zur Erarbeitung von Handlungsstrategien für die eigene Praxis. Dabei wird u.a. auch den Fragen nach Unsicherheiten, Widersprüchen und Grenzen der bisherigen Auseinandersetzung mit dem (eigenen) Weißsein und der erarbeiteten Handlungsoptionen nachgegangen.

Methoden:

Theoretische Inputs, Gruppenarbeiten, Reflexions- und Biografieübungen sowie Körperarbeit.

Zielgruppe

Multiplikator_innen der Kinder- und Jugendhilfe, Erzieher_innen, Lehrer_innen und Fachkräfte der außerschulischen Kinder- und Jugendarbeit.

Voraussetzung

Es ist kein Vorwissen nötig. Wichtig ist das Interesse am Thema sowie die Bereitschaft, eigenes Wissen und eigene Bilder selbstkritisch zu hinterfragen.

Die Teilnahme am zweiten Workshop setzt die Teilnahme am ersten Workshop voraus.

Die Teilnahme an mindestens einer digitalen Sprechstunde wird vorausgesetzt.

Referent_innen: Tsepo Andreas Bollwinkel:  Autor, Referent und Trainer zu Schwarzer Identität, Critical Whiteness, Intersektionalität und SOGI Themen in 

                                                                              der Entwicklungszusammenarbeit.

                             Dana Meyer:                           Referentin für politische Bildung mit dem Schwerpunkt Diversity & Ungleichwertigkeitsideologien

Termine:

  • Präsenztag 1: Einführender Workshop, 09.07.2018, 10:00 – 18:00 Uhr
  • Digitale Sprechstunde: Wöchentliches Angebot im Zeitraum vom 30.07. – 17.08. (Termine werden beim Präsenztermin am 09.07.2018 abgesprochen)
  • Präsenztag 2: 06.09.2018 Reflexions-Workshop

Uhrzeiten: 10:00 – 16:00 Uhr

Kosten: 80€

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